Universal Indians & J.McPhee - Der Jazz-Heinz

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Universal Indians & J.McPhee

Jazz im Martinschlössl > Free Impro Jazz > zugehört/angehört > Tonträger zu JiM 2016

Universal Indians w/ Joe McPhee - "Skullduggery"
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Universal Indians w/ Joe McPhee
USA / Norwegen
Joe McPhee - pocket trumpet, alto saxophone / John Dikeman - tenor saxophone
Jon Rune Strøm - double bass / Tollef Østvang - drums
x.
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"Skullduggery"
15.Juni 2014 - live at "Zuiderperhuis", Antwerpen / Belgien
CF328CD / Cleanfeed Records

Universal Indians w/ Joe McPhee

Als Triumvirat traten die "Universal Indians" der Interessensgemeinschaft freier Improvisatoren bei und fanden in kurzer Zeit gehörige Beachtung. Sie vertreten die Fraktion der Energetiker, die mit viel Bedacht an die physischen Grenzen gehen und in dieser Extremstimmung das musikalisch Mögliche mit spontan entworfenem Formverständnis ausloten.x

Der Zuzug von Joe McPhee, einem Urgestein der zweiten Generation des Free Jazz, erwies sich als Jackpot. Neben dem Musikalischen auch in, wie herauszuhören ist, menschlicher Hinsicht. McPhee agiert in diesem Kontext, einem aus vier ausgedehnteren Stücken bestehenden  Livemitschnitt, vornehmlich sehr zurückhaltend. Es wirkt als wolle er als erfahrener Großmeister im Hintergrund, primär die Entscheidungsfreiheit und das Kredo den juvenilen Kräften überantworten. McPhee ist aber als hellhöriger, im richtigen Moment eingreifender Indikator präsent. So lenkt er unprätentiös und sensibel klangqualitative und stimmungsmäßige Entwicklungen.x

Das greifen die "jungen Wilden", die zweifelsohne zu den auffälligsten Musikern ihrer Generation zählen, mit Begeisterung auf und graben sich inbrünstigst in das Klangmaterial hinein. Hervor bricht Stimmiges wie Beseeltes, Abgeklärtes wie Hungriges. John Dikemans heißer Atem den er durch sein Tenor hinausschreit ist förmlich zu spüren. Zielstrebig schraubt er sich in den Diskantbereich hinauf, besitzt dabei bestechende Kontrolle, findet sich plötzlich in simpler, aylerscher Liedhaftigkeit ein und verbreitet hymnische Elegie. Hier hinein setzt McPhee z.B. pointilistische Geräuschhäufungen oder führt mit glasklarem Ton seines Alt zu tonalen Brennpunkten, die der Musik ihre Muskulatur verleihen. Oder er zettelt kontrapunktische Kostbarkeiten mit Dikeman an – als trockene Stakkatos oder beißende Glissandi.x

Mit der rhythmischen Körperlichkeit, zusammengesetzt aus quirliger Binnenstruktur und elastischem, markigem Außenkonstrukt, jonglieren die beiden Norweger in ausgebuffter Lässigkeit oder vertrackten Rhythmusschichtungen in aperiodischen Verläufen. Ein bannend volatiles Vexierbild aus offensiven Außenwelten und entschleunigten Innenwelten – getragen von organischer Kollektivität. Schädeldeckehebend.-

Hannes Schweiger / Tonträger - #26 für www.jazzheinz.com.

 
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