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3Dom Factor-29.11.

Jazz im Martinschlössl > Free Impro Jazz > zugehört/angehört > JiM-Konzerte 2016

JiM 57 - 29.November 2016
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Barry Altschul`s "3Dom Factor"
USA
Jon Irabagon - sopranino & tenor saxophone / Joe Fonda - double bass / Barry Altschul - drums

Der Faktor Freiheitx

Er ist ein "singing" Drummer mit elastischer Beweglichkeit, die er, dem Alter entsprechend, in eine sehr ökonomische Form umgewandelt hat, mit melodischem Feinsinn und der spannungsgenerierenden Gabe, aus Beatbezogenheit und metrischer Losgelöstheit eine homogene Zeitstrukturierung zu schaffen. Er ist einer der prägenden Stilisten seines Instrumentes und der subtil gravitätischen Spielhaltung des freimütigen, momentbezogenen Jazzgedankens. Er hat in den 1960er, 1970er Jahren einige große Visionäre wie etwa Paul Bley, Anthony Braxton, Sam Rivers in Fahrt gebracht. Barry Altschul.x
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Mit seinem aktuellen Trio, eine Konstellation die im besonders liegt, platziert er jene seine Gestaltungsprinzipien mit Bezug zur Entwicklungsgeschichte ins Heute. Neben seinem alten Weggefährten Joe Fonda, auch eine Autorität der Jazz-Avantgarde, hat er den, der jungen New Yorker Jazz-Avantgarde angehörenden Saxophonisten Jon Irabagon, bekannt aus der polarisierenden Band "Mostly Other People Do The Killing",  dazugebeten. Gemeinsam haben sie ein sehr engmaschiges, freigestaltiges Interplay entwickelt. Dieses zelebrierten sie mit sprühender Spiellaune, großen Ohren und umgehendem Reaktionsvermögen in einer Art suitenhaften Aufbaues, indem sie spontan erschaffene Improvisationsblöcke mit festgelegten Sequenzen in Einstimmigkeit kurzschlossen. Jeder hatte seinen Solo-Spot - nie in Selbstzweck ausartend sondern immer auf das Notwendige konzentriert.x
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Altschul glänzte in seinen rhythmischen Ornametierungen mit enormer Entspanntheit, Joe Fonda der das fundamentierende Tiefklangband herumschlang, beeindruckte mit phänomenaler Intonation, die jedem Ton, auch in den rasantesten Folgen, seine Bedeutung gab. Der Saxophonist Jon Irabagon nutzte dieses inspirative Terrain zu den ausführlichsten Improvisationsexkursen. Einerseits orientiert an Changesabhandlungen, die er exaltiert tanzen ließ, andererseits vertiefte er sich in bindungsfreie Klangfarbenästhetik, eingedenk eines markanten Tones auf Sopranino- wie Tenorsaxophon.x
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Die große Kunst des Saxophontrios fand in dieser stimmigen "Klangfaktologie" ihre Entsprechung - sozusagen im Sinne der alten Schule, aber einer ausnehmend feinen Schule. Ein würdiger Schlusspunkt eines weiteren aufregenden, martinschlösselschen "Free Impro Jazz"-Kapitels.-

Hannes Schweiger / JiM - #26 für www.jazzheinz.com

 

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