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Vandermark Trio-03.05.

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JiM 53 - 03.Mai 2016
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VANDERMARK / TOKAR / KUGEL
USA / Ukraine / Deutschland
Ken Vandermark - tenor & baritone saxophone, clarinet / Mark Tokar - double bass / Klaus Kugel - drums, percussion

Kreative Unwuchtx

Die Ankündigung dieses Trios ließ an eine lose Zusammenkunft denken. Diese Vermutung wurde durch das Konzert erhärtet. Ken Vandermark im "jazzklassischen" Saxophon-Trio lässt natürlich gleich einmal an das legendäre "DKV Trio" denken, und somit sind gewisse Erwartungen an ein derartig besetztes Ensemble geknüpft.x
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Es wäre jetzt allerdings unfair gewesen, mit zu übersteigerten Erwartungshaltungen dem zu erwartenden Klanggeschehnis gegenüber zu treten. Doch zum Bedauern wurde relativ schnell deutlich, dass Vandermark keine allzu geeigneten  Partner für eine derartige Konstellation zur Seite standen. Dezidiert Schlagzeuger Klaus Kugel fiel durch fast autistisch zu nennenden Aktionismus auf, der häufig inhaltlich daneben schlug.x
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Vandermark sprühte vor Inspiration, ließ eine zündende Idee nach der anderen seinen Hörnern entweichen und bekräftigte seine Position als einer der maßgeblichen Stilisten der gegenwärtigen Jazz-Avantgarde. Er skizzierte unwiderstehlich muskulöse Riffs, glanzvolle Kadenzen, melodische Raffinessen in den Äther oder ließ seiner unbändigen Imaginationskraft freien Lauf.x
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Aber Kugel konnte an keine dieser Vorgaben anknüpfen und ließ permanent einen indifferenten Klangwust, von teils überzogener Expressivität und den immer gleichen Schlagabfolgen gekennzeichnet,  auf das von Vandermark geschickt gelenkte Klangereignen herab prasseln. Meistens in einer metrischen/rhythmischen Unorganisiertheit. Selbst wenn der Saxophonist eloquent swingende Changes hervorzauberte, blieb Kugel ungerührt und fast stur an seiner Herangehensweise kleben. Damit brachte der Schlagzeuger auch den Bassisten Mark Tokar, ein aufmerksamer Interakteur, in die Bredouille. Dieser griff zwar die Intentionen Vandermarks immer wieder auf, konnte sie aber mit den Schlagzeugkonvoluten nicht kurzschließen.x
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Diese unglückliche Situation führte allerdings die Meisterhaftigkeit von Ken Vandermark vor Ohren, indem er auch unter solchen Umständen die Musik zum Strahlen bringen kann – scheitern auf hohem Niveau. -

Hannes Schweiger / JiM - #21 für www.jazzheinz.com

 

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