Perelman/Shipp Duo - Der Jazz-Heinz

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Perelman/Shipp Duo

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IVO PERELMAN / MATTHEW SHIPP - "Corpo"
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IVO PERELMAN / MATTHEW SHIPP
Brasilien / USA
Ivo Perelman - tenor saxophone /  Matthew Shipp - piano,
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"Corpo"
April 2016
CD LR 755 / Leo Records

Perelman/Shipp Duo

Als das ultimative Ergebnis ihrer fast über zwei Dekaden währenden Zusammenarbeit bezeichnen Ivo Perelman und Matthew Shipp die vorliegende Lese von Duo-Improvisationen. Shipp spricht sogar von der Apotheose des Perelman-Shipp Klangkosmos.x
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Entgegen ihrer sonstigen Musizierpraxis der langen Entwicklungsbögen vertiefen sich hierorts die beiden in ihrem Diskurs auf kurzgefasste Elaborate. Und für wahr, einige Momente in diesen hochkonzentrierten ad hoc-Improvisationen versprühen ein erhabenes Fluidum. Grund ihrer engverzahnten Inhaltlichkeit und inneren Wesentlichkeitszentrierung. Es entstehen Sequenzen von telepathischer Aktion und Reaktion, in denen die musikalische Essenz gefeiert wird. Eine Essenz deren Grundstoff der Jazztopos ist, welcher allerdings mit viel Umsichtigkeit in reine Klangbereiche, in denen stilistische Zuschreibungen obsolet sind, ausgeweitet wird.x
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Was das Ambiente betrifft, schimmert dieses vornehmlich elegisch, ausgebreitet mit sehnsüchtiger Inbrunst. Dazu trägt speziell Perelmans legatodominierte, kapriziöse Spielweise bei. Konterkarierend bringt ein wirklich beeindruckender Matthew Shipp rhythmisch scharf umrissene Melodiekürzel und Akkordführungen ins Spiel und steigert nicht nur die Spannungsintensität, sondern hat auch die Rolle als Impulsgeber inne. Perelman lässt sich unmittelbar hinreißen und seine Ausdruckseigenwilligkeit ebenfalls in repetitive Figuren, stakkatierende, rhythmisch verwinkelte Exkursionen münden, die von Shipp in aufregender Weise ausgestaltet werden – überraschend, illuminativ, tonal ausgeweitet. Wobei der Pianist profundest aus der ganzen Jazzhistorie schöpft, die er spitzfindig und äußerst lebendig mit Elementen des klassischen Kanons anreichert. Dennoch überspannt Perelman sein Faible für exzessive Tonbeugungen und Vibrato zeitweise, wodurch ein gewisse Larmoyanz mit pathetischen Zügen platz greift.x
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Ungeachtet dessen, in seiner Affektivität ein Zwiegespräch von außergewöhnlicher Imaginationskraft, "Openmindedness" und Körperlichkeit.-

Hannes Schweiger / Tonträger - #32 für www.jazzheinz.com.

 

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