Schlippenbach Trio - Der Jazz-Heinz

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Schlippenbach Trio

Jazz im Martinschlössl > Free Impro Jazz > zugehört/angehört > Tonträger zu JiM 2015

Schlippenbach Trio - "First Recordings"
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Schlippenbach Trio
Deutschland / England
Alexander v. Schlippenbach - piano
Evan Parker - soprano & alto saxophone / Paul Lovens -drums
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"First Recordings"
02.April 1972 - live at the "Academy of Arts", Berlin / Deutschland
TR 132 / Trost Records

First Recordings

Leidenschaftlichst pflegt das feine Wiener Independent-Label die Aufarbeitung des Oeuvres von Musikern rund um die legendäre Berliner Kooperative FMP. Neben Wiederveröffentlichungen aus deren LP-Katalog erhört auch Unveröffentlichtes die Umgebung.x

Jetzt haben die "Tröster" uns neuerlich eine wahre Perle auf den Tisch geknallt. Die ersten offiziellen Aufnahmen des neugegründeten Schlippenbach Trios – ein Konzertmitschnitt im Rahmen des geschichtsträchtigen "Workshop Freie Musik" des Jahres 1972.x

Unumwunden schallt es hervor, dass sich hier drei Seelenverwandte mit enormer Tautologie, in den Schaffensprozess einer Momentmusik stürzen. Unermüdlich angespornt von bebenden Energieschüben, ausformuliert mit hervorstechender Klangsprache und bereits auf einem singulären Interaktionsniveau. Es klingt an, welch Ausnahmeensemble im Bereich freier Improvisation da im Folgenden heranreift und warum die Zusammenarbeit bis heute anhält.x

Der sprudelnde Initiativquell dieser Entladungen ist ein unaufdringlich virtuoser, exakt konturierender Alexander v. Schlippenbach. Seine kontrastierende, originäre Pianistik, in die er jazztypisches als auch Prinzipien Neuer Musik einbindet, mündet in spannungsreichstes spontanes Strukturdenken, demzufolge die Musik eine zusätzliche Reichhaltigkeit erlangt.x

Das verleitet Paul Lovens und Evan Parker ebenso zu überraschendsten Kapriolen, vollgepackt mit individuellen Feinteiligkeiten. Zwar trägt Lovens´ wieselflinkes Spiel noch einige benninkgleiche Züge, die jedoch seinen typischen Personalstil forcierten, so klingt Parker schroffer, forscher und kratzbürstiger als heute, aber eben schon sehr ausgeprägt in seiner einzigartigen Intonation.x

Kennzeichnend für die Kapricen des "Trios phänomenal" ist die Polarität brodelnde, quecksilbrige Klangschichtungen und hochdifferenzierte Verästellungen. Startschuss eines improvisatorischen Marksteines. -

Hannes Schweiger / Tonträger - #18 für www.jazzheinz.com.

 

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Konzert-Rezension ----->

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