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reformARTorchestra

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reformARTorchestra - "Improcomposer Opera"
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reformARTorchestra
Österreich / Italien / Deutschland / USA / Russland / Kurdistan
Shamal Amin / Nigar Hasib / Margarete Jungen / Sainkho Namtchylak - voice
Fritz Novotny - soprano saxophone, flute, glockenspiel / Georg Graf - bass clarinet
Sandro Miori - tenor & soprano saxophone, flute / Horst Brückl "Alaeddin Adlernest" - bassoon
Karl Vößner - english horn / Rudolf Ruschel - trombone / Raoul Herget - tuba
Rina Chandra - bansuri / Paul Fields - e-violin, piano / Karl W. Krbavac - viola da gamba, guitar
Monika Stadler - harp /
Inge Katharina Pechoc - piano Milo Fine - piano, clarinet, drums
Johannes Groysbeck - e-bass, groysophon / Reinhard Ziegerhofer - double bass
Nikolaus Dolp - drums /
Wolfgang Reisinger - drumsx.
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"Improcomposer Opera" (vinyl only)
27.Mai 2016 - live im "Porgy & Bess", Wien / Österreich
Zu beziehen im Audiocenter Wien

RAO - Improcomposer Opera

Ein einigermaßen obskures Werk ist die jüngste Veröffentlichung des "ReformART"-Pools, der sich vorliegend in großformatiger Konstellation präsentiert. Es sind der Produktion, die im Vinyl-Format erschienen ist, keinerlei Hinweise auf Besetzung, Aufnahmedatum, Aufnahmeort oder Label zu entnehmen. Erst nach Rücksprache mit "RAU"-Mastermind Fritz Novotny konnten die wesentlichsten Daten eruiert werden, siehe oben.x
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Auch die Bezeichnung "Opera" mutet rätselhaft an. Der Konnex ist ohrenfällig nicht herzustellen. Vielleicht ist z.B. die Umdeutung in einen improvisatorischen Kontext gemeint. Jedenfalls ist der musikalische Entstehungsprozess ebenso bei der hier angesprochenen Klangexegese, wie für die "RAU" obligatorisch, ein spontan, frei improvisatorischer, oder wie der Titel impliziert andersrum ein extemporierend kompositorischer. Es sei jedem/jeder Hörenden selbst überlassen, dies zu verifizieren.x
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Zum Inhaltlichen: Das "Audiobretto" der "Opera-Improvisus" verortet sich zu Beginn in einem flexibel dahinwalzenden, sich metrischen wie harmonischen Bindungen entsagenden Strom, der Spannung aufbaut, doch plötzlich unerwartet verebbt. Ein Lamento der Violine drängt nach vor, verstummt jäh. Süffige Harfen-Arpeggien umhüllen das Geschehen, werden aber im nächsten Moment von pentatonischen Skalen des Sopransaxophones, inklusive altbekannten Andeutungen von "Bag`s Groove" verdrängt. Folglich verschafft sich eine pianodominierte Rhapsodie Gehör, wird aber im Nu von einem Neo-Bopigen Walking-Liniament abgelöst. Daran anschließend ertönt dodekaphonische Stimmführung, die mit Stimmbandexzentrik kollidiert und... aus. Auch ein packender Diskurs zwischen Bassklarinette und Perkussion kann sich nicht den Weg bahnen. So verliert sich die Musik in Kürzelhaftigkeit und nichts wird eloquent ausformuliert. Interessante Bruchstücke bleiben zurück, leider nicht mehr. Also eher ein "Improcomposed Patchwork" denn eine Opera.-

Hannes Schweiger / Tonträger - #28 für www.jazzheinz.com.

 

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Konzert-Rezension ----->

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