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From Wolves t.Whales-16.11.

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JiM 64 - 16.November 2017
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From Wolves to Whales
USA / Deutschland
Dave Rempis -  alto & tenor saxophone / Nate Wooley - trumpet / Pascal Niggenkemper - double bass
Chris Corsano - drums

Wie man die Suppe versalztx

Ein hochkarätig besetztes Quartett der Free Jazz Nachkommenschaft in dritter Generation gebildet aus einigen der tonangebenden Repräsentanten der gegenwärtigen New Yorker und Chicagoer Szenen, die das große Avantgardevermächtnis beider Kommunen weiterträgt, ohne die Fragestellung einer weißen oder schwarzen Entwicklungslinie aufzuwerfen. Der tiefe Respekt der zweitgenannten gegenüber ist unumwunden präsent.x
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Schade nur, dass die musikalische Variationsbreite, der pluralistische Ansatz  dieser einst zu neuen Ufer der Jazzevolution aufbrechenden Bewegung, die ab Mitte der 1960er Jahre speziell unter dem Dach der "AACM" einen wegweisenden Kreativpool bildete, in die zweifelsfrei ausgeprägte kollektive Vernetzung innerhalb der Band, keinen Einzug hielt. Die vier bestechenden Musiker schmissen lediglich zuviel an mittlerweile ebenso tradierten Free Jazz-Zutaten in einen Topf. Frei improvisierter Mainstream, unter Rückzug auf altbewährte Klangqualitäten und Strukturmuster, war das.x
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So etwa ein Konvolut an Überblaseffekten im Diskantbereich, multiphonische Klangkomplexe in leider oftmals indifferentern Konzentration, metrisch abgekoppelte Schlagkombinationen in zu häufig überzogenem Geschwindigkeitsdrang, was immer wieder verwischte Akzentuierungen nach sich zog, ausschließlich sich reibende gegenläufige Tongirlanden der Bläser. Ein Bassist der mehr mit der oft fragwürdigen Präparation seines Instrumentes beschäftigt war, denn mit einem spielerischen Zutun und somit bedauerlicherweise, schon auch ab und an auftauchende, sich zu spannendem Interplay formierende Momente, aus den Angel hob.x
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Orgiastische Offensivbestrebungen schön und gut, aber dann nur diese energetischen Stereotypen auszuhöhlen, erweckte den Eindruck das ein überholter avantgardistischer Ansatz zum Selbstzweck gerät. Strikter Purismus verortete die Musik in sturem „Geradeausdahinpreschen". Einmal abbiegen wollte niemand wirklich. Das Kollektiv repräsentierte den Tour Band-Projekt Klassiker: die Summe großartiger Könner garantiert noch kein stimmiges Ganzes. Rätselhaft bleibt auch der kryptische Name der Band "rom Wolfes To Whales". Dieser hätte wohl auch "From Tigers To Sharks" lauten können, hmm. Aber die Herren haben sich sicher etwas gedacht dabei. Vielleicht lüftet sich das Geheimnis irgendwann, und wenn nicht, bringt uns das auch nicht um den Schlaf.-

xHannes Schweiger / JiM - #32 für www.jazzheinz.com

 

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